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Glücklich sein? Darf ich das?!



Diese Frage stelle ich mir öfter, aber ich glaube mittlerweile die richtige Antwort für mich gefunden zu haben und sie lautet ... JA VERDAMMT! Das Problem ist, die Angst vorm Glücklich sein. " Du hast Depressionen und bist glücklich? Wie geht'n das?" Ich kann euch sagen, das geht gar nicht mal so einfach, wie man denkt. Denn immerhin überwiegen in den schlimmen Phasen die negativen Gefühle. Im "Schlechte Laune haben" bin ich ja mittlerweile ein Meister. Ich weiß genau wann ich sauer werde, wann ich traurig werde, selbst wenn diese komischen Gefühle "einfach so" kommen, man hat sich daran gewöhnt. Ich kenne es ja quasi gar nicht mehr anders, als ständig schlechte Laune zu haben und alles scheiße zu finden. Doch ich habe jetzt in den letzten Tagen wieder andere Gefühle erfahren dürfen. Irgendwie fühlt es sich an, als wäre alles, was in meinem Bauch an schlechten Gefühlen und Gedanken feststeckt, um ein kleines Stück weiter nach oben gerutscht und sitzt nicht mehr ganz so tief in mir. Es fühlt sich etwas leichter an. Ich spüre plötzlich positive Gefühle. Ein Kribbeln. Es fühlt sich an, wie der Moment, wenn man vor der verschlossenen Tür steht und hört, wie der Weihnachtsmann die Geschenke unter den Baum legt. So eine Art Aufregung. Aber irgendwie positiv halt. Aber auch das ist einfach so da und das macht mir etwas Angst. Ich meine, wie ich damit umgehe, wenn alles scheiße ist, dass weiß ich ja. Aber was mach ich denn jetzt, wenn nicht mehr alles scheiße ist und ich mich plötzlich nicht mehr über alles ärgern muss? Ich habe auf einmal einen Teil meiner Kraft, die ich in die ganzen negativen Gedanken und Gefühle gesteckt habe übrig, für etwas Positives. Das ist gar nicht so einfach. Es ist ja nun auch nicht so, dass plötzlich alles Schlechte weg ist. Nein. Die negativen Gefühle & Gedanken lösen sich ja nicht einfach in Luft auf. Sie suchen sich dann irgendwo ein anderes Ventil. Anstatt eines Heulkrampfes, bekomme ich halt Alpträume oder so ähnlich. Es verschiebt sich quasi ein wenig. Aber dennoch wirkt es alles nicht mehr so schwer, wie in den letzten Wochen. Doch wisst ihr was meine größte Angst ist? Das es alles ZU GUT läuft. Ja ihr habt richtig gelesen. Es könnte zu gut laufen, indem ich über Wochen hinweg nicht mehr weine, einige Dinge lockerer sehen kann und meine Kraftreserven wieder größer werden. Aber was ist, wenn sich alles in der Zeit staut oder ich denke, ich kann ja jetzt wieder glücklich sein und mich überschätze? Auch der Weg zum glücklich sein, ist weiß Gott kein einfacher. Er fordert genauso viel Kraft, wie die schweren Zeiten. Denn ich muss es schaffen, mich weder zu überfordern noch zu unterfordern. Jetzt ist es wichtig, das gesunde Mittelmaß zu finden. Aber das ist ziemlich leicht gesagt für jemanden wie mich, mit Schwarz-Weiß-Denken. Da gibt es nämlich eigentlich gar keine Mitte. Entweder alles klappt oder ich bin ein Versager. Entweder ich mache jetzt das beste drauß und bin in kürzester Zeit ein gefeierter Star oder ich habe mein Leben verkackt. Hört sich hart an und gerade weil ich weiß, dass dieses Denken nicht richtig ist, gilt es nun, das zu unterbrechen und alles in kleinen Schritten anzugehen. Selbst wenn ich mal einen super Tag habe, an dem alles läuft, sollte ich mir noch lange keinen Marathonlauf vornehmen. Ich bin quasi in der Schonzeit , bevor ich wieder langsam auf's Gaspedal drücken kann. Leider überwiegt derzeit meine Angst vor einem Rückfall. Hinzu kommt, dass mir egal sein muss, was andere Leute jetzt denken. Gerade die, die diese Krankheit nicht verstehen, haben nun ein gefundenes Fressen. Ich funktioniere wieder. Ich kann wieder lachen. Ich sitze nicht jeden Tag in der Ecke und weine wie ein Schlosshund. Zumindest in den letzten 3 Tagen nicht. Und dann behaupte ich, ich wäre depressiv? Wie anmaßend von mir. Da brauch ich wohl doch nur Aufmerksamkeit, was? Aber ich kann euch sagen. Bestimmt nicht ! Egal wie sehr ich mich über Aufmerksamkeit freue, mich dafür zu zerstören, dass ist wirklich nicht meine Art. Und es kann jederzeit wieder der Tag kommen, an dem ich "ohne Grund" am Boden zusammenbreche und weine. Weine, einfach so. Denn eine Depression hat man nicht einmal und dann geht sie wieder. Nein. Eine Depression hat man sein Leben lang, man kann nur lernen damit umzugehen. Und man wird immer wieder kämpfen müssen in schweren Zeiten und wie ihr seht, sind auch gute Zeiten gar nicht so leicht. Trotzdem wünsche ich jedem von euch, dass er bald auch wieder dieses positive Gefühl, dieses Kribbeln in sich spürt. Auch wenn es nur für einen kurzen Moment ist. Man muss die kleinen Dinge des Leben schätzen !

Ich hoffe, dass euch gefällt, was ich geschrieben habe und vorallem wie ich es geschrieben habe, denn es bedeutet mir sehr viel, das alles mit euch allen zu teilen! Ich freue mich sehr, auf eure Rückmeldungen! :-) Gebt mir einen Daumen nach oben oder schreibt mir auch gerne eure Meinung/Gedanken oder Gefühle dazu in die Kommentare! :-) Eure Charis ! :-)


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